Hoch hinaus: Rigging-Seminar in Cloppenburg
Samstag, den 9. Februar 2013Der Berufsschulstandort Cloppenburg ist hier in der Gegend nicht so sehr bekannt; die zukünftigen Fachkräfte für Veranstaltungstechnik (auch unsere) werden in Hannover und Bielefeld beschult. Das Einzugsgebiet der BBS Cloppenburg erstreckt sich grob von Osnabrück über Oldenburg bis hoch ins Emsland. Bereits zum 7. (oder 6.? wer weiß das schon…) mal hat Manuel Ohlemeyer als “Externer” dort das beliebte Rigging-Seminar für das 2. Lehrjahr mit knapp 20 Schülern durchgeführt. In diesem Jahr wurden erstmals zwei statt bisher ein Praxistag eingeplant.
Da die Klasse durch den Lehrer Herrn Neunaber fachlich gut aufgestellt ist, konnten die “Rigging-Basics” (Vorschriften, Anschlagmittel, Traversen, Motoren) relativ schnell als Wiederholung “überflogen” werden und man konnte sich am ersten Theorietag etwas ausführlicher dem Anschlagen von Traversen und Motoren widmen, aber auch das Thema Sicherheit von fliegenden Bauten wurde intensiv behandelt; hierbei nicht nur die Novellierung der Windzonen durch die Argebau, sondern auch das To-Do im Ernstfall hinsichtlich Wetterbeobachtung, Außerbetriebnahme der Bühne, sichere Evakuierung der Veranstaltungsflächen.
Steigerballett
Am zweiten Tag ging es dann an’s “Eingemachte” und der Praxisteil begann. Wieder einmal hatten wir die Möglichkeit, die Weser-Ems-Halle zu nutzen, diesmal die EWE-Arena mit immerhin rund 11m Deckenhöhe. Als Co-Ausbilder war Gerrit Bökelheide dabei, ehamals Azubi bei Lange & Ohlemeyer und mittlerweile auch Sachkundiger für Veranstaltungsrigging und Arbeitsbühnenbediener lt. BGG 966.
Zunächst ging es für alle Teilnehmer in die Höhe. Es wurden Teams aus Rigger und Grounder gebildet, und mit der Scheren-Arbeitsbühne bzw. einem Gelenksteiger wurden im Dach Hängepunkte eingerichtet (Basket). Jeder durfte diese Technik ausprobieren, und für viele Teilnehmer war die Steigerfahrt eine ungewohnte Erfahrung.
An den eingerichteten Punkten wurden Motoren und schließlich Traversen angeschlagen, auch hier wurden Arbeitsgruppen gebildet und verschiedene Anschlagarten anschließend bewertet. Dann durfte endlich geklettert werden: nach einer Einführung in die Bestandteile der Persönlichen Schutzausrüstung wurde in “übersichtlicher” Höhe der Auf- und Abstieg am Seil geübt. Anzumerken ist, dass der Kurs an dieser Stelle nur einen kleinen Einblick in diese Tätigkeiten geben kann und nicht den offiziellen PSA-Kurs oder die FISAT-Kurse ersetzt. Auf jeden Fall hilft es aber, ein Gefühl dafür zu bekommen und der eine oder andere Teilnehmer möchte besitmmt noch tiefer in die Materie einsteigen.
Demonstration einer Höhenrettung
Am zweiten Praxistag gab es Infos über verschiedene Knoten und die Höhenrettung. Eine solche wurde von Gerrit Bökelheide und einem freiwilligen Kursteilnehmer eindrucksvoll demonstriert. Ein Großteil des weiteren Tages lief in Workshop-Form ab, was von den Teilnehmern gut angenommen wurde. An den Traversenstrecken durften verschiedene Zugangs- Abstiegs- und Sicherungstechniken ausprobiert werden, und in der Messehalle durften alle Teilnehmer ohne Kanienchen-Allergie (die Bundes-Rammlerschau wurde aufgebaut) sich unter Aufsicht von einem etwas höheren Punkt abseilen und auch vorher am Seil aufsteigen. Als gelungenen Abschluss gab es noch eine Führung durch die Hallen durch Herrn Deckers, technischer Leiter der Weser-Ems-Hallen.
Es wird übrigens neu gebaut: Bis 2014 soll eine neue Halle mit rund 6000 Besucherplätzen entstehen. Wenn es gerade passt, sind wir vielleicht beim nächsten Seminar dort zu Gast.















