Sommerzeit - Festivalzeit. Auch für uns. Zum zweiten Mal haben wir dieses Jahr das Appletreegarden Festival in Diepholz betreut. Das Festival ist ein kleines, aber feines Indiefestival, das mit national und international bekannten Künstlern ein wirklich anspruchsvolles Programm zu bieten hat. Die Bandbreite der Musik ist breit gefächert, elektronisch-jazzige Klänge mischen sich mit Songwriter-Sachen, Punk trifft auf Noise-Core.
Das Appletreegarden bekam von Lange & Ohlemeyer unseren Veranstaltungs-Rundum-Service, PA, Licht und Bühnentechnik für zwei Tage und zwölf Bands.

Das Festivalgelände mit noch im Aufbau befindlichen Bühnendach
Die Bühne bestand aus einem Vario 48 - System aus Eurotruss FD34, die Podeste waren die bewährten Nivtecs, wegen des Untergrundes natürlich mit Layher-Fußssytem. Das 8 x 6 Meter große Dach nahm die komplette Lichttechnik auf, die natürlich, Rock ‘n Roll-Style, hauptsächlich aus klassischen PAR-Scheinwerfern bestand. Besondere Akzente konnten sehr eindrucksvoll durch die zwei ACL-Gruppen und das neue Nebelsystem mit Hochleistungsventilator gesetzt werden. Absolut Festivaltauglich.

Mintzkov

Yoni Wolf - Frontmann von Why?
Auch Petrus ist Rock ‘n Roller, pünktlich während des Sets der ersten Festivalband am Freitag, Flaming Cucumbers aus Lemförde, kam die Sonne raus und es regnete bis zum Abbau nur noch in Maßen, dafür während des Abbaus in Massen. Der Freitag bot neben den Cucumbers noch die Bands Unfuzzbarn, Mintzkov, Why? und The Kilians. Why? waren extra aus Kalifornien angereist und boten die interessantes und ungewöhnlichste Soundmischung des Abends. Sehr cooler Indiesound traf da auf HipHopBeats. Die Kilians sind ja durch die Radiorotation schon Stars in Deutschland - und bildeten wirklich den krönenden Abschluss des ersten Festivaltages.

Beste Stimmung bei den Kilians

Omas ganzer Stolz - sieht man, oder?
Für den zweiten Festivaltag muss man wirklich so gut wie jede Band als Highlight herausheben. Omas ganzer Stolz zeigten, dass man für lustigen Funpunk durchaus jünger als 16 sein darf. Beeline traten zunächst als Band mit Electro-Soulpop-Sounds auf und legten nachts noch ein DJ-Set hinterher. Gloria Swanson rockten mit 70s Sounds während John Goldtrain eher modern, clubbig, soulig und irgendwie zwischen allen Stühlen aber verdammt gut daher kam. Interessanter Mann, sollte man sich merken. Zu Olli Schulz muss man wohl kaum was sagen. Singer/Songwriter und Geschichtenerzähler, der Mann ist einfach ein Phänomen. Für Leute wie uns ist jemand wie Olli dann ein ganz besonderer Bonus bei einem Festival. Nett, unkompliziert - und dazu sind wir seit Jahren schon Fans - tolles Erlebnis.

Der hervorragende John Goldtrain

Unten mit dem King - Olli Schulz
Auch Werle & Stankowski haben sich an diesem Abend bestimmt eine ganze Menge neuer Fans erspielt. Schöne Songs auf der Akustikgitarre treffen auf dicke Beats. Absolut klasse. Eight Legs kommen aus der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon und gelten in England als die Hoffnung des Neo-Punk. Gekonnt, Rotzig und Laut war dann auch ihr Set in Diepholz. The Robocop Kraus sind mit ihrem Noise-Core längst dem Geheimtip-Status entwachsen und eine feste Größe auf Bühnen in ganz Deutschland. Diepholz bekam die volle Breitseite, perfekte Performance von den Mannen rund um Frontmann Thomas. Und auch uns haben sie vollends überzeugt - da wandern sicher ein paar neue CDs in unseren Plattenschrank.

Johannes Stankowski

The Robocop Kraus
Damit die Bands so richtig abgehen konnten, war viel Performance seitens PA & Monitoring gefragt. Das Seeburg Acoustic Line K2-System mit vier Tops und acht B1801-Bässen durfte mal wieder beweisen, wo der sprichwörtliche Hammer in dieser Disziplin hängt. Laut, klar und in jedem der Musikstile zuhause, so muss das sein. Auch wenn die A8-Lautsprecher von Seeburg ob ihrer Multifunktionsbauweise manchmal nicht als vollwertige Monitore gelten, macht ihr einzigartiger Sound es doch möglich, Bühnen ohne Pfeifen ausgewogen zu beschallen ohne groß Frequenzen an den natürlich vorhandenen Monitor-EQs ziehen zu müssen. Dem Festivalcharakter wurde auch beim FoH-Pult Rechnung getragen. Alle Mischer fanden sich schnell auf dem übersichtlichen Altair Electra zurecht, auch das Siderack bot alles, was sich die verschiedenen Techniker wünschten. Egal ob PCM70, REV 7, SPX 900 oder D-Two für die Effekte oder dbx 166 XL, SPL Dynamaxx und Glockenklang Double-Two als Dynamics - Standards lassen meist keine Fragen offen.

Siderack - alles drin, alles dran
Auch wenn man es wahrscheinlich schon rausgehört hat, es hat uns auf dem Appletreegarden sehr viel Spass gemacht und sehr gerne kommen wir im nächsten Jahr wieder nach Diepholz. Für alle Festivalgänger, die etwas abseits von den “Großen” suchen eine wirkliche Empfehlung. Schönes Ding!