Kabarettpreis Rahdener Spargel
Der Rahdener Spargel ist unter den Kabarettpreisen etwas besonderes. Der Kulturverein Kul-Tür e.V. der Stadt Rahden hat ihn in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt und gleich die ersten Kandidaten liessen große Erwartungen an die Qualität der Beiträge aufkommen.
Den Anfang machte Jutta Lindner in ihrer Rolle als Nachtschwester Lackmeier. Die Saarbrückerin nahm das deutsche Gesundheitswesen aufs Korn und präsentierte den Willen zum Wandel in verschiedenen Lichtstimmungen und Kostümen.

Jutta Lindner
Einfacher aber ungleich effektiver gingen die Brüder Podewitz zu Werke. Mit autoritärer Unterhaltung, Strafgedichten und einem manchmal tiefschwarzen Humor vermochten die Bremer Brüder das Publikum von der ersten Sekunde an zu begeistern. Zeit für Erholung blieb in diesem Kurzprogramm kaum.

Brüder Podewitz
Der dritte im Bunde, Erik Lehmann aus Zwickau, glänzte ebenso. Zwar waren es bei ihm die eher leiseren Töne, die für Lacher sorgten, aber dafür gab es lange Märsche durch die Reihen und reichlich Interaktion mit dem Rahdener Publikum. Man ließ sich sogar zu Übungen aus Motivationsseminaren hinreissen.

Erik Lehmann
Damit im Saal des Gasthauses Rüter auch jeder die Akteure hören und sehen konnte, wurde von Kul-Tür Know-How und Material von Lange & Ohlemeyer Veranstaltungstechnik ins Boot geholt.
Die PA bestand aus vier geflogenen Acoustic Line A8-Lautsprechern, die eine gute Lautstärkeabdeckung des gesamten Saals ermöglichten und auch kleinste Nuancen überall hörbar machten. Beim sensiblen Thema Mikrofonie wurde auf AT892-Headsets gesetzt, für die Moderation kamen darüberhinaus unsere Audio-Technica Handsender mit 4100er Kapseln zum Einsatz. Verwaltet wurden alle Signale am Yamaha 01V96 FoH-Pult.
Das Licht war eher spartanisch gehalten. Ein Traversen-U aus ATC SB-29 Truss mit Moltonvorhang verdeckte die Gasthausbühne und zauberte Clubatmosphäre in den Saal. Für das Frontlicht fanden sechs TEC Curva 1000W-Stufenlinsen Verwendung. Ausserdem sorgten fünf Floorspots für ein bisschen farbliche Abwechslung auf der Bühne.
Die Abstimmung über die Vergabe des Rahdener Spargels verlief dann basisdemokratisch, ein Zuschauer, eine Stimme, keine Fachjury. Nach einer kurzen Pause standen die Sieger fest: Die Brüder Podewitz haben auch beim Rahdener Publikum mit ihrem Konstrukt aus brachialer Lyrik und brutaler Komik voll eingeschlagen und dürfen sich nicht nur über den formschönen Preis freuen, sondern am 03. Juni 2008 zu einem abendfüllenden Auftritt wiederkommen. Ein Termin, den man sich merken sollte.