Rigging-Lehrgang an der Berufsbildenden Schule Technik in Cloppenburg
Vom 18. bis zum 20. Februar 2008 hatten die Auszubildenden zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik der BBS Technik Cloppenburg Gelegenheit, in die theoretischen und praktischen Seiten des Spezialbereichs Rigging reinzuschnuppern.

Manuel Ohlemeyer beim Rigging-Lehrgang in Cloppenburg
Manuel Ohlemeyer konnte bereits zum zweiten Mal von der BBS als Fachdozent für diesen Lehrgang gewonnen werden und machte die Schüler anschaulich mit dem Thema vertraut. “Ohle”, wie er unter Kollegen bekannt ist, ist nicht nur Meister für Veranstaltungstechnik Fachrichtung Bühne/Studio und Licht, sondern auch Sachkundiger für Veranstaltungsrigging, also Inhaber des sogenannten “Rigger-Scheins”.
Die Auszubildenden wurden zunächst mit den gesetzlichen Grundlagen und Normen vertraut gemacht, bevor es dann in die Bereiche Materialkunde und praktische Durchführung ging. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei der neuen VBG BGI-810-3 gewidmet, die insbesondere ob ihrer vielen Neuerungen zur Zeit heiss diskutiert wird. Ebenso fanden die allseits beliebten “C1-Schäkel” (Schäkel mit Schraube, Mutter und Splint) und das Thema “Mischen von Traversenfabrikaten” Eingang in die angeregte Diskussion. Insbesondere letzteres ist immer wieder von erhöhter Brisanz, da hier die Aussagen und Praktiken von Vertrieblern, Herstellern, TÜV und nicht zuletzt Kollegen sehr weit auseinandergehen.

Bühnenhaus der Kongresshalle Oldenburg
In der Materialkunde ging es vor allen Dingen um Traversen, Motoren, Trag- und Anschlagmittel, sowie im Speziellen um das Vorgehen bei Ground Supports, Open-Air-Bühnen und Zelten.

Praxis - Anschlagen, Sichern
Am dritten Tag, wurde das Seminar auf eine freundliche Einladung der Weser-Ems-Halle hin in die Kongresshalle in Oldenburg verlegt. Hier konnte nun mit professionellen Mitteln in einer realistischen Umgebung das Erlernte geübt werden. Die Auszubildenden konnten Baskets bauen, mittels eines Steigers C1-Motoren an den Trägern über dem Bühnenhaus befestigen, das hauseigene Kling&Freitag PA-System hängen, sowie eine PSA auf einer niedrig gehängten Traverse ausprobieren. Via der C1-Steuerung der Bühnenmaschinerie ließen sich auch Traversenbelastungen kontrollieren.

Die Bühne
Darüberhinaus gab es Führungen durch das Haus, viele Infos zu den verschiedenen Eventbereichen (Messehalle, EWE Arena, Kongresshalle) und eine sehr nette Atmosphäre. Für einige der Azubis bot dieser Tag den ersten Kontakt mit der doch etwas anderen Arbeitsweise in festen Veranstaltungsstätten.

Blick vom Umgang im Dach auf die bestuhlte Kongresshalle
Alles in allem kann das Seminar als sehr gelungen bezeichnet werden. Von Seiten der Teilnehmer wurde die Notwendigkeit solcher Seminare aus der Praxis für die Praxis bestätigt. Und so steht in anderthalb Jahren für die nächsten Jahrgänge der BBS wieder ein Rigging-Seminar an.
Für alle Teilnehmer des Rigging-Lehrgangs - Fragen und Anregungen können gerne Öffentlich als Kommentar zu diesem Blog-Eintrag gepostet und als Nachbereitung des Seminars diskutiert werden. Den Link zum Script der Veranstaltung gibt es auf Wunsch per Mail. Wir bedanken uns nochmals an dieser Stelle für die rege Teilnahme und für die nette Aufnahme in der Weser-Ems-Halle. Es war schön bei Euch!
Am 23. Februar 2008 um 16:30 Uhr
Hat echt Spaß gemacht!
Am 4. März 2008 um 13:19 Uhr
[...] einem Rigging-Lehrgang, der an meiner Berufsschule durchgeführt wurde, hatten wir die Möglichkeit, mal hinter [...]
Am 18. August 2008 um 00:06 Uhr
Hi wollte nocheinmal auf die Geschichte mit den Trasherstellern eingehen.
Da steht ja, dass die Meinungen sehr auseinander gehen. Gibt es denn keine eindeutigen Gesetze?
und wenn nicht woran soll man sich als Amateur “ranhangeln” gehen nun verschiedene bsp. “globaltruss” und “eurotruss”?
Wäre cool da mal eine Antwort zu bekommen… das macht mich noch ganz kirre
Am 19. August 2008 um 20:07 Uhr
Tag,
zunächst: “Trashhersteller” würd ich hier nicht sagen; erwähnt Hersteller bauen alle gute Qualität, auch an Global Truss kann man im Grunde nichts aussetzen.
Zum Traversen mischen: Am einfachsten merkt man sich folgenden Grundsatz - wenn jemand Traversen von zwei Herstellern mischt, erschafft er (und zwar der mischende persönlich) ein neues Produkt. Er ist dann in der Verantwortung, sicherzustellen, dass dieses neue Produkt die nötigen Anforderungen erfüllt. Das kann er nur über einen statischen Nachweis. Die Berechnung von Traversen als Bauteil (inkl.l Verbinder etc.) ist aber so komplex, dass dies von einem Nicht-Statiker nicht geleistet werden kann. Ist kein statischer Nachweis vorhanden, darf die Konstruktion im Zweifel nicht aufgebaut werden. Noch schlimmer: Kommt es zu einem Unfall, der auch nur im entferntesten mit diesem Traversengemisch zu tun hat, ist auch hier der “Mischende” voll haftbar.
Zwei Traversenhersteller dürfen dann gemischt werden, wenn die Hersteller einen (schriftlichen!) statischen Nachweis, diese Kombination betreffend, vorlegen. Dann ist der Anwender aus der Haftung raus, weil er sich auf den statischen Nachweis des Herstellers berufen kann und somit den “schwarzen Peter” weiterschiebt.
Meines Wissens nach gibt es keine schriftliche Statik für die Kombination von Global Truss mit einem anderen Hersteller, ich lasse mich da aber gern eines besseren belehren. Merke: die bloße Zusage eines Herstellers, man sei kompatibel, genügt nicht! Man benötigt eine Statik “schwarz auf weiß”, die explizit auf die Kombination bestimmter Marken eingeht!
So, hoffe, ich konnte helfen
Am 19. August 2008 um 20:08 Uhr
Tag,
zunächst: “Trashhersteller” würd ich hier nicht sagen; erwähnte Hersteller bauen alle gute Qualität, auch an Global Truss kann man im Grunde nichts aussetzen.
Zum Traversen mischen: Am einfachsten merkt man sich folgenden Grundsatz - wenn jemand Traversen von zwei Herstellern mischt, erschafft er (und zwar der mischende persönlich) ein neues Produkt. Er ist dann in der Verantwortung, sicherzustellen, dass dieses neue Produkt die nötigen Anforderungen erfüllt. Das kann er nur über einen statischen Nachweis. Die Berechnung von Traversen als Bauteil (inkl.l Verbinder etc.) ist aber so komplex, dass dies von einem Nicht-Statiker nicht geleistet werden kann. Ist kein statischer Nachweis vorhanden, darf die Konstruktion im Zweifel nicht aufgebaut werden. Noch schlimmer: Kommt es zu einem Unfall, der auch nur im entferntesten mit diesem Traversengemisch zu tun hat, ist auch hier der “Mischende” voll haftbar.
Zwei Traversenhersteller dürfen dann gemischt werden, wenn die Hersteller einen (schriftlichen!) statischen Nachweis, diese Kombination betreffend, vorlegen. Dann ist der Anwender aus der Haftung raus, weil er sich auf den statischen Nachweis des Herstellers berufen kann und somit den “schwarzen Peter” weiterschiebt.
Meines Wissens nach gibt es keine schriftliche Statik für die Kombination von Global Truss mit einem anderen Hersteller, ich lasse mich da aber gern eines besseren belehren. Merke: die bloße Zusage eines Herstellers, man sei kompatibel, genügt nicht! Man benötigt eine Statik “schwarz auf weiß”, die explizit auf die Kombination bestimmter Marken eingeht!
So, hoffe, ich konnte helfen
Am 21. August 2008 um 20:52 Uhr
Naja helfen schon immerhin weiss ich jetzt wo wir stehen… also das mit trash war ein Schreibfehler^^
Also einfach bei GLobaltruss oder Eurotruss anrufen und nachfragen bevor man mischt.
Am 21. August 2008 um 21:03 Uhr
Richtig, und nie vergessen sich das Ganze “schriftlich” bestätigen zu lassen. Wenn der Außendienstler von Trusshersteller A SAGT dass es theoretisch ginge seine Truss mit Hersteller B zu mischen (kann ja ein Marktvorteil sein, gerade wenn ein “Neuer” in den Markt kommen will), kann es immer noch sein, dass im Schadensfall hier ein Rückzieher geschieht. Ein Fax mit Unterschrift und Stempel vom Hersteller hilft immer.
Am 23. September 2009 um 15:00 Uhr
Hallo angehende Kollegen,
mischt niemals Traversen verschiedener Hersteller!!
Interessante Betrachtungsweise scheint mir die oben stehende mit dem “neuen Produkt”. Ist nicht ganz so, aber die Haftung, wenn dann doch etwas passiert, liegt bei dem jeweiligen Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik (Fachkraft, Meister, Ingenieur) und der hat von den Herstellern keinerlei (!!) Hilfe zu erwarten. Ein Papier, auf dem Dir der Hersteller bestätigt, dass er die Haftung auch dann übernimmt, wenn Du Trussing anderer Hersteller (und Qualität!) mit seinem verbindest. Ganz im gegenteil: Der Kundige hat hierbei auch noch wissentlich gehandelt, hat also Fahrlässigkeit oder sogar grobe Fahrlässigkeit zu erwarten. Vorsatz ist es sicher nicht…
Es ist hierbei egal, ob form- oder kraftschlüssig oder sogar “nur” über flexible Verbindungselemente, die oft z.B. bei nicht geführten Lasten ab drei, besonders bei 4 und mehr Punkten benutzt werden. Der Klagende wird diese wilde Mische gerne für sich nutzen!
Z.B. Messe
Ein Traversensystem soll gehängt werden, dreissig Punkte aus der Decke tragen das Ganze. Niemals verschiedene Hersteller in diesem Rigg mischen, immer kleinere Einzelsysteme hängen, wenn nur verschiedene Hersteller für die Gesamtmenge zur Verfügung stehen. Für die Verwendung von gemischten System in einem einfachen Ground Support oder ner einfachen Bühne gibt es eigentlich keinen Grund, ausser, dass irgendwer wegen ein paar Euro mehr Gewinn nicht nachgedacht hat. Die Verfügbarkeit ist in Europa eigentlich in jeder Ecke gewährleistet…
Angenehmes Abhängen
Michael Weiß
Berlin
Am 25. April 2010 um 13:15 Uhr
[...] dritten Tag konnten wir uns, wie im letzten Jahr, über eine Einladung der Weser-Ems-Halle Oldenburg freuen. Hier wurde dann das bisher erlernte [...]